Spiegel ♥ Immobilienwirtschaft und hohe Mieten

Ausschnitt aus dem Artikel "Lage,Lage,Lage", Spiegel Nr. 26/2013

Ausschnitt aus dem Artikel „Lage,Lage,Lage“, Spiegel Nr. 26/2013

Zum Thema Miete: Der aktuelle Spiegel bietet der Immobilien- und Vermietungsbranche unfreiwillig (?) zwei ganze Seiten an kostenloser Werbung für ihre Interessen und ihre Politik. Grundaussage der Werbeanzeige: Mieter*innen seien selbst an den steigenden Mietpreisen schuld, weil sie durch eine auf „hippe“, „coole“ und „angesagte“ Wohnviertel fokussierte Suche die Nachfrage dort explodieren lassen würden. Vermietende könnten gar nicht anders, als die Preise raufzusetzen. Ebenso bei Neuvermietungen. Der Spiegel schreibt, dass es die „heutige Mietergeneration den heutigen Hauseigentümern besonders leicht macht, regelmäßig die Mieten zu erhöhen.“ Weil sie vermehrt umziehen, könnten Vermietende besonders leicht bei Neuvermietungen den Mietpreis hochsetzen. Als ob es gesetzlich festgeschrieben wäre, Mietpreise zu erhöhen und Vermietende gar nicht anders könnten, wenn die Mieter*innen wechseln.

Insgesamt vier Personen der Immobilien- und Vermietungsbranche werden zitiert, während von der Mietendenseite lediglich eine Person vom Deutschen Mieterbund zu Wort gelassen wird (sicherlich nicht mit dem gesamten Inhalt) und sonst niemand von der Mietendenseite aus. Europas meist gelesenstes Nachrichtenmagazin gibt der Vermietungsbranche kostenlose Werbung als Artikel getarnt und verschweigt zwei grundsätzliche Gedanken in diesem Thema, die den Sachverhalt  in einem absolut anderen Licht erscheinen lassen.

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S21: Grüner Opportunismus in der Regierung

Der Konflikt um S21 in Stuttgart ist auch nach der Schlichtung und nach dem Volksentscheid nicht aus der Welt geräumt. Nun scheinen sich die Grünen in Baden-Württemberg von ihren oppositionellen Überzeugungen in Regierungsverantwortung lösen und sich den ehemals gegnerischen Positionen anzunähern. Nach dreißig Jahren Mitgliedschaft ist nun ein Gegner von S21 und ehemaliges Mitglied der Stuttgarter Stadtratsfraktion der Grünen aus der Partei ausgetreten. In einem Offenen Brief erhebt er Vorwürfe gegen die Grüne Regierung in Baden-Württemberg: „Wenn aber eine Partei auf dem Weg zur Macht (oder zur Erhaltung der Macht) ihre wesentlichen Inhalte preisgibt, dann fragt sich, wozu sie überhaupt noch an der Macht sein sollte.“

Der ganze Offene Brief -> https://www.radio-utopie.de/2013/06/25/parteiaustritt-nach-30-jahren-offener-brief-von-ehem-stuttgarter-grunen-stadtrat/

 

Die Angst vor dem K-Wort

In der Krise des Kapitalismus benutzen SPD und Grüne beide nur ungern das Wort Kapitalismus in ihren Wahlprogrammen

Deckblätter der Wahlprogramm von SPD und Grüne

Deckblätter der Wahlprogramm von SPD und Grüne

Kapitalismus in der Krise – weltweit wächst die Unzufriedenheit über ein ungerechtes Wirtschaftssystem, vergrößert sich der Abstand zwischen Arm und Reich, gewinnen Finanz- und Bankinstitutionen immer mehr an Einfluss und die Vorstellung vom unendlichen und allen Wohlstand bringenden Wachstum gerät immer mehr ins Wanken.

Dennoch trauen sich weder Bündnis’90/Die Grünen, noch die SPD das System und die dahinter liegenden Ideen mit dem direkten Namen zu benennen: Kapitalismus!

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