Wem gehört Berlin? Aktionsdemo gegen hohe Mieten

Aktionsdemo zieht zur Kreuzberg

Aktionsdemo zieht durch Kreuzberg

Gestern fanden bundesweit Demonstrationen gegen zu hohe Mieten in den Städten statt. Gerade in den Großstädten ist der Ausverkauf von Mietwohnungen und die Verdrängung einkommensschwacher Menschen voll im Gange. In Berlin schlossen sich circa 2000 Menschen der Demonstration an, die am Lausitzer Platz in Kreuzberg begann. Das Demo-Bündnis bestand aus verschiedensten Initativen, die sich gegen die Bevormundung der Bürgerinnen und Bürger wenden und für eine Rekommunalisierung von öffentlichen Versorgungseinrichtungen einsetzen. Sei es Strom, Wasser, S-Bahn, Wohnraum, das Tempelhofer Feld – überall versucht sich die Privatisierung des öffentlichen Raumes und Einrichtungen wie eine dicke Made unaufhörlich voran zu fressen. Die Leidtragenden sind die, die sich das nicht mehr leisten können.

Eine Vergemeinschaftung öffentlicher Güter ist nicht nur aus Sicht des qualitativen Angebots sinnvoll (bei Privatisierungen hat immer entweder die jeweilige Qualität der Dienstleistung oder die Arbeitsbedingungen der Menschen zu leiden), sondern auch für einen sozialen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Die Demonstration hatte sich selbst als „Aktionsdemo“ bezeichnet und das war sie auch. Zu Anfang hielten die verschiedenen Initativen Reden. Am Ende stand nicht nur die Forderung der Rekommunalisierung, sondern als aktiven Schritt wurden symbolisch die Forderungen als umgesetzt dargestellt. Mit der Masse an Reden ergab sich somit, rein gedanklich, ein ganz anderes Berlin, als dass es momentan ausschaut.

Performance vor einem Haus, das bereits Zwangsräumung kennenlernen musste

Performance vor einem Haus, das bereits Zwangsräumung kennenlernen musste

Aufmerksamkeit erzeugte auch die Lärmdemo von Kotti&Co, die mit Schlaginstrumenten, Bannern und kreativen Sprechchören die Demo begleitete. Die A100 stoppen – Initative hatte sich eine kleine Performance einfallen lassen und damit die politisch Verantwortlichen für den Bau der Autobahn auf’s Korn genommen. Während der Demonstration gab es immer wieder Zwischenkundgebungen, auf denen Anekdoten von erfolgreich verhinderten Räumungsversuchen, Schicksale von Geflüchteten und anderen Erlebnissen erzählt wurden. Auf diese Weise erhielt die Demonstration einen sehr persönlichen Touch. An einer Station wurde der gesamte Demonstrationszug aufgefordert, sich zu setzen und damit eine Blockade zu üben. An vielen Punkten waren kleine und große Aktivitäten eingebaut, die den Unterschied von einer reinen Demonstration von dieser Aktionsdemo ausmachten. Insgesamt ist diese Form sehr abwechslungsreich, persönliche und vielleicht sogar ansprechender, als die üblichen Demonstrationen, die lediglich eine Mischung aus Laufen, Rufen und Reden ausmachen.

Gerne wieder und vielen Dank an die ganzen Organisierenden, die bestimmt viel Zeit und Mühe hineingesteckt haben!

Für verschiedene Presseberichte, schaut einfach auf die Seite des Bündnisses: http://wirbleibenalle.org/?cat=10

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