google/siri: Sagt mir, was ich tun soll

Apple bietet mit Siri einen Dienst an, der mittels Spracherkennung Befehle des Nutzers ausführt, Recherchen oder Programme startet. Samsung bietet das ebenfalls mit dem Dienst S Voice an. Google hat mit Google Now auch so einen Dienst, allerdings geht der noch weiter als die der beiden Konkurrenten. Google Now errechnet mittels des hauseigenen Dienstes Predicition API (Software, die aufgrund von Nutzverhalten und Statistiken „lernt“ und Verhalten vorausberechnet), was ein Nutzer wann wie tun möchte und handelt danach. Wenn das Programm erkennt, dass sich jemand in der Nähe eines Eisladens befindet und aufgrund vorherigen Verhaltens denkt, dass jemand Eis möchte, schlägt es diesem den Laden vor. Wenn ein Termin naht, sucht es automatisch die günstigste Verbindung heraus. Zu Informationen und Nachrichten, die laut den Algorithmen interessant für die Person sein könnte, gibt Google Now Meldungen wieder. Das Programm übernimmt das aktive Denken seines Nutzers. Spätestens an dieser Stelle werden zuvor beschriebene Szenarios Realität – Maschinen von ein paar wenigen Konzernen übernehmen langsam aber sicher die Kontrolle. Es gibt immer weniger Spontanität, immer weniger Individualität, immer weniger Selbstengagement – die Maschine übernimmt das alles für mich.

Algorithmen errechnen aufgrund früheren Verhaltens, wie ich mich zukünftig verhalten werde und schlagen mir genau das vor. Wenn ich fünfmal in einer Bar gewesen bin, in der es Jazz-Musik gibt, wird es mir das auch das sechste Mal vorschlagen. Wenn ich besonders oft grüne Schuhe gekauft habe, wird es mir besonders oft grüne Schuhe anbieten, etc.
Und bereits jetzt wirkt sich das aus – Personalisierte Suchergebnisse. Person A wird für die Suche „Bar Hamburg“ andere Ergebnisse bekommen, als Person B.
Nämlich die, die sich mit den vorherigen Suchen in Einklang bringen lassen. Ergebnis ist, dass ich nicht mehr selbst suche und entscheide – die Maschine tut das für mich. Spontanität und Kreativität werden damit erschwert, Umdenken immer schwieriger.

Ein auführliches und sehr lesenswertes Essay zu dem Thema im Cicero von vor zwei Jahren: Wie das Internet den Menschen enteignet

 

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