Tiermissbrauch und Qualen im Landkreis Bad Segeberg

Der Kreis Bad Segeberg ist gerade mächtig in den Schlagzeilen. Anfang des Jahres beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft Kiel eine Herde mit 150 Kühen in dem kleinen Örtchen Todesfelde, weil der verantwortliche Bauer die Mängel bei der Haltung der Tiere nicht behoben hatte (siehe hier). Im Landkreis wurde daraufhin gleich eine Infoveranstaltung organisiert, wie andere Landwirte Beschlagnahmungen aus dem Weg gehen können (siehe hier). Außerdem veranlasste die Staatsanwaltschaft Kiel aufgrund des Verdachtes der „nicht sachgemäßen“ Tötung ebenfalls im Kreis Bad Segeberg die Schließung eines ganzen Schlachthofes. Nicht sachgemäß bedeutet soviel wie qualvolle Schlachtung (siehe hier). PETA hatte die Tötungsanlage in Bad Bramstedt bereits vor zwei Jahren wegen dieses Straftatbestandes angezeigt. Die Mitarbeitenden hatten nach der Schließung für den Weiterbetrieb ihres Schlachthofes sogar eine Demonstration organisiert (siehe hier). Im letzten Jahr schon wurde ein Prozess gegen ein Paar eröffnet, das ihre Kühe auf ihrem Hof qualvoll verenden lassen haben soll (siehe hier).

Die Staatsanwaltschaft Kiel ist aber in Sachen Tierschutz generell nicht gerade untätig und gibt damit Grund zur Hoffnung, dass das Tierschutzgesetz nicht nur für die Lehrbücher gemacht worden ist. Bereits im letzten Jahr hatte sie, auch in Todesfelde, eine Kuhherde beschlagnahmt (siehe hier) und vor vier Jahren war ein Bauer, der ebenfalls aus Todesfelde kam, wegen Verwahrlosung seiner Rinder zu Geldstrafen verurteilt worden (siehe hier). In Brekendorf, das nicht einmal eine Autostunde von Bad Segeberg entfernt liegt, ließ die Staatsanwaltschaft Pferde beschlagnahmen, ebenfalls wegen des Verdachtes der Tierquälerei (siehe hier). Der gleiche Vorwurf war auch Anfang letzten Jahres der Grund dafür, von einem Zirkus einen Elefanten und andere Tiere zu beschlagnahmen (siehe hier).

Interessant ist auch, dass gerade im Landkreis Bad Segeberg vor zwanzig Jahren eine beherzte Frau die ersten Fällen von BSE an die Öffentlichkeit brachte – und daraufhin diskreditiert und diffamiert wurde (siehe hier).

Grundsätzlich sei aber darauf hingewiesen, dass Fälle wie die im Kreis Bad Segeberg eher die Normalität als die Ausnahme sind (siehe hier), es deshalb in allen anderen Landkreisen nicht viel anders aussieht und die Beschlagnahmungen von Tieren keine grundlegende Verbesserung für deren Leben mit sich bringt. Oft werden diese nämlich „notveräussert“, also geschlachtet. Dennoch sei ein gewisser Respekt an die Staatsanwaltschaft Kiel gesagt, denn ein konsequentes Vorgehen wird es für Tiermisshandelnde schwieriger machen, ihre Strafverstöße weiter durchzuführen.

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