Alternative für Deutschland prügelt sich durch den Europawahlkampf

Zur Bundestagswahl 2013 sah sich die Alternative für Deutschland (AfD) immer wieder Störungen in ihrem Wahlkampf ausgesetzt. Im Europawahlkampf hat sie sich offenbar vorgenommen, darauf mit roher Gewalt zu reagieren und setzt prügelndes Sicherheitspersonal ein. In vielen Städten kommt es zu teilweise schweren Angriffen auf couragierte Gegendemonstrierende. Eine mehr als unvollständige Auflistung.

Die Abläufe ähneln sich: Die Alternative für Deutschland hängt Plakate auf oder hält einen Stand ab. Eine oder mehrere Personen wenden sich dagegen, hängen die Plakate ab, werfen AfD-Materialien weg oder stören Kundgebungen mit Zwischenrufen. Sofort reagieren die AfD-Wahlkämpfer und greifen an.

In Bonn greift ein Wahlkämpfer der Partei eine Frau an, die Flyer von einem Wahlkampfstand auf den Boden geworfen hatet. In einem Blogeintrag beschreibt sie, wie sie unvermittelt an ein Auto gedrückt wurde und der Angreifer sie mit Schlägen und Tritten malträtierte (siehe hier).

Im April bedrohte ein anderer Wahlkämpfer der AfD in Bochum einen jungen Mann mit einer Schreckschusspistole, nachdem dieser sich im Vorbeifahren über deren Plakathängungen beschwert hatte. Der AfD’ler verfolgte den Mann und bedrohte ihn mit vorgezogener Waffe an einer Straßenkreuzung (siehe hier).

In Dresden attackierte ein Ordner der Alternative für Deutschland eine junge Frau, die sich an den Protesten gegen eine Kundgebung beteiligte. Er packte sie an der Kehle und warf sie so zu Boden, so dass sie nachhaltige Bewegungseinschränkungen davon erfuhr. Die junge Frau entpuppte sich allerdings als Bundessprecherin der Grünen Jugend, weshalb diese Attacke wenigstens einigermaßen prominent auf deren Webseite angeprangert wird. Die anwesende Polizei zeigte keine Reaktion. (siehe facebook und Webseite)

Die „Antifaschistische Linke Münster“ berichtet ausführlich, wie ein Wahlkampfstand von der AfD von mehreren Bewachern beschützt wird, die Gegendemonstrierende eingeschüchtert und einen Journalisten bedroht haben. Unter ihnen sollen sich zwei einschlägig als Neonazis bekannte Personen befunden haben (siehe hier).

In Magdeburg bedrohen mehrere Männer eine Gruppe von Menschen, die „sich um ein Wahlplakat aufhielten“. Sicher wollten sie sich dieses nicht einfach so mal aus der Nähe anschauen, aber die Reaktion der AfD’ler grenzt stark an Selbstjustiz. Die Menschengruppe wurde von aus Autos springenden Personen mit Baseballschlägern und sogar einem Messer in Schach gehalten. Während auf sie eingeschlagen wurde und immer wieder ernsthafte Drohungen ausgestoßen wurden, kamen weitere AfD’ler hinzu, die die Opfer abfotografierten. Auch hier soll sich mindestens ein bekannter Neonazi unter den AfD-Schlägern befunden haben (siehe hier).

Am 10. Mai rastete dann ein Ordner der AfD bei einer Wahlkampfveranstaltung in Erfurt aus, als er Gegendemonstrierende angriff, um sich trat und dabei einer jungen Demonstrantin ins gesicht traf (siehe hier).

Derweil versuchen Unterstützende der Partei sich als Opfer zu inszenieren und bemühen sich um perfide und geschmacklose Vergleiche. Antifaschist*innen werden mit Nazis gleichgesetzt und die Angriffe auf AfD Wahlstände und -plakate mit der Judenverfolgung im dritten Reich (siehe hier).

Angriffe auf Menschen, die Wahlkampf betreiben, sind definitiv nicht in Ordnung. Gewaltlose Aktionen dagegen sind Bestandteil einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaftsordnung. Wenn die Alternative für Deutschland Gewalt gegen Menschen als angemessene Reaktion auf Gegenproteste ansieht und offensichtlich von gewaltbereiten Personen, auch aus dem neonazistischen Spektrum, unterstützt wird, dann macht das deutlich, welchen Überzeungen die Ideologie der AfD ein Zuhause bieten kann. Die Partei sollte sich schnellstens von diesen Gewalttaten distanzieren und ein anderes Auftreten an den Tag legen. Sonst sind nicht nur die Anstichten der AfD zu sozialer Gerechtigkeit, Nationalismus und anderen Positionen mehr als bedenklich, sondern auch ihr Verhältnis zur Gewalt.

Wenn ihr von Übergriffen durch AfD-Menschen mitbekommt und Artikel findet, könnt ihr sie gerne einschicken, damit sie ebenfalls gelistet werden können.

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