Österreich: Land Steiermark will Subventionen für Betriebe mit Massentierhaltung stoppen

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So scheinbar harmonisch wie auf diesem Bild können leider nur die wenigsten Schweine ihr Leben verbringen // Gemeinfrei, Scott Bauer, USDA/Wikipedia

Immer wieder kommt es zu außerplanmäßigen Toden von Tieren in der Massentierhaltung. Neben grausamer Haltungsbedingungen, sind auch technische Defekte Ursachen für das Sterben vor der Schlachtung. In der Steiermark waren vor ein paar Tagen nach dem Ausfall des Lüftungssystems in einer Haltungsanlage knapp 1800 Schweine erstickt.

Der Agrarlandesrat Hans Seitinger in der Steiermark hat jetzt in einem Interview mit der Kleinen Zeitung verkündet: „Vom Land Steiermark gibt es für solche großen Einheiten, wo der Tierbestand nicht im Einklang mit der Fläche ist, keine Förderungen mehr.“ Es lässt sich nur schlecht nachprüfen, inwieweit ein Förderstopp des Bundeslandes direkte Auswirkungen auf die Megaställe hätte und ob diese damit in finanzielle Bedrängnisse geraten würden.

Fakt ist aber, dass es einen Einfluss hätte und es die Megaställe schwerer hätten. Deshalb ist solch ein Vorstoß richtig und absolut zu begrüßen. Dazu bewegt es natürlich auch etwas in der öffentlichen Diskussion, wenn ein ranghoher Politiker folgenden Satz von sich gibt: „Wir müssen den Menschen bewusst machen, dass Billigstlebensmittel ethisch unverträglich sind.“ Sehr zu begrüßen ist auch, dass der Landesrat sich für transparente und offene Ställe einsetzt. Dagegen versucht er aktive Tierschützende, die Ställe ohne Wissen der Betreiber betreten, als aggressiv abzustempeln und bezeichnet ihre investigativen Recherche als illegal. An dieser Stelle wäre es sicher interessant, wenn der Landesrat, sollte er das nicht bereits getan haben, die Arbeit von investigativen Tierschützenden kennenlernt und die Wichtigkeit ihrer Arbeit erfährt.

Wer Zeit hat, kann die Recherche in Angriff nehmen, wie hoch der Anteil der Förderungen des Bundeslandes Steiermark an den Gesamtförderungen für die Massentierhaltungsanlagen ist -> Förderungen Übersicht Österreich

Sitzung der BVV in xhain zur Ohlauer: öffentlich aber bitte nicht für alle!

Nachdem der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in dem Konflikt um das von Refugees besetzte ehemalige Schulgebäude in der Ohlauer Straße in Kreuzberg keine sonderliche Glanzleistung bei seiner Öffentlichkeitsarbeit und Informationspolitik gemacht hat, hat er sich heute erneut einen Fauxpas geleistet. Die Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung verzögertere sich um eine dreiviertel Stunde, weil nicht alle Menschen, die zugucken und zuhören wollten, hineingelassen werden sollten. Nachvollziehbar, dass der Bezirk mit den Erfahrungen des letzten „Besuchs“ von Refugees und deren Unterstützenden bei einer BVV-Sitzung ein ähnliches Chaos verhindern wollte. Aber es wirkte wieder sehr ungeplant, wurde überhaupt nicht kommuniziert und es standen keinerlei Alternativen (bsw. Übertragungsmonitore) zu Verfügung.

Stau auf der Treppe zur Besuchertribüne der BVV

Stau auf der Treppe zur Besuchertribüne der BVV

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Dann Stau vor dem Eingang zur Besuchertribühne

Schließlich kein Weiterkommen ohne gelbes oder blaues Ticket. Am Ende kamen dann doch alle hinein.

Schließlich kein Weiterkommen ohne gelbes oder blaues Ticket. Am Ende kamen dann doch alle hinein.

Zuerst wurde nur auf die Besuchertribühne gelassen, wer ein gelbes oder blaues Besucherticket bekam und die waren Journalisten, Abgeordneten oder sonst irgendwie im Auge der Bezirksamtmitarbeitenden für politisch wichtig empfundenen Personen vorbehalten. Irgendwann forderten die Mitarbeitenden Journalist*innen auf, das Filmen der Szenen am Eingang zu unterlassen. Angedroht wurde der Rausschmiss. Die Begründung hierfür war, dass sie sich aus Persönlichkeitsgründen unwohl mit den gemachten Aufnahmen fühlten.

Nach langem Warten und langem Diskutieren kamen dann doch alle Personen auf die Besuchertribühne und konnten der Sitzung passiv, als auch teilweise sehr aktiv, beiwohnen. Fragen bleiben: Warum wurden nicht direkt alle hineingelassen, wo relativ schnell sich abzeichnete, dass genug Platz war? Warum hatte der Bezirk keine Alternativen zur Verfügung gestellt, wie einen Übertragungsmonitor? Und warum wurde weder auf der Homepage, noch vor Ort transparent über den Vorgang aufgeklärt?

Dem Bezirk ist auf jeden Fall keine böse Absicht dabei zu unterstellen – mindestens aber ein weiteres Kapitel in einer misslungenen Öffentlichkeitsarbeit.