Spontane Soliaktion für die Besetzer*innen im Hambacher Forst

Heute haben Aktivist*innen in Berlin eine spontane Soliaktion für die Besetzer*innen im Hambacher Forst durchgeführt (Fotos hier). Mit einem Transparent besuchten sie eine Informationsstelle von RWE in der Friedrichstraße und anschließend die Botschaft des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Auf dem Weg wurden zweimal Reden verlesen, in denen auf die brutale Räumung vom Donnerstag im Hambacher Forst aufmerksam gemacht wurde.

Spontaner Protest vor dem Brandenburger Tor // CC-BY-SA-NC greenythekid

Seit mehreren Jahren wehren sich Umweltschützer*innen gegen die Abholzung des bei Köln gelegenen Hambacher Forstes. Sie wollen verhindern, dass eines der letzten mitteleuropäischen Urwälder für einen Braunkohletagebau geopfert wird. Deshalb besetzen sie eine Wiese in dem Gebiet und immer wieder Teile des Waldes.

Am Donnerstag ist eine dieser Besetzungen geräumt wurden. Bei dieser Räumung haben die Aktivist*innen am Waldboden Feuerwerkskörper gezündet um, „Fällungen zu stören bzw. die Waldarbeiter und Securities zu irritieren“, wie sie auf ihrem Blog schreiben. Das Feuerwerk sei aber nicht geworfen worden, sondern war als eine neue Möglichkeit ausprobiert worden, die Baumfällungen zu erschweren.

Kurzbesuch bei der „RWE elounge“ // CC-BY-SA-NC greenythekid

Die Reaktion der von RWE angeheuerten privaten Sicherheitsmenschen überraschte sie allerdings: „Vier Personen wurden brutal zu Boden geworfen, gewürgt und unter Androhung von weiteren physischen Schmerzen in den Schlamm gedrückt. Hierbei ist eine Person ohnmächtig geworden.“ Nach diesen Gewalltaten setzten die Aktivist*innen zu ihrem Schutz Pfefferspray ein.

Die anschließend anrückende Polizei überraschte sie dann noch einmal. Die Sicherheitskräfte hätten bei den Durchsuchungen des Camps alte Granaten aus dem zweiten Weltkrieg gefunden und „daraus wurde von Polizei und Medien eine „Bombenbedrohung“ durch linke Aktivist_innen konstruiert und allen Festgenommenen ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.“ Der Spiegel und andere Medien nutzen diesen merkwürdigen Umstand sogleich als Aufreisser („Handgranaten bei Umweltaktivisten gefunden„, das Neue Deutschland hat diese Formulierungen bereits kritisch überprüft), lassen die Drangsalierungen den Aktivist*innen gegenüber dafür unerwähnt. So sollen Aktivist*innen gezwungen worden sein, ihre DNA abzugeben, Kontakt mit Anwält*innen soll ihnen verweigert und Fingerabdrücke erzwungen worden sein (mehr dazu im Blogpost).

– Ohne Worte – // CC-BY-SA-NC greenythekid

Kriminell sind nicht die Menschen, die sich für ein nachhaltiges Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt einsetzen und Braunkohleabbau verhindern wollen, sondern diejenigen, die auf Kosten von Mensch und Natur Profit machen wollen. Mitteleuropas letzter Urwald gehört geschützt und nicht abgeholzt. Deshalb gilt die Solidarität den Aktivist*innen im Hambacher Forst, die sogar ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, weil sie sich gegen einen Großkonzern wehren und sich für Mensch und Umwelt einsetzen.

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