Spielfilme über die Finanzkrise und die Gier

Vergessen werden in allen globalen Krisen schnell die Menschen, die die Krisen befeuert haben und die Menschen, die sie stillschweigend hingenommen haben. Und die Menschen, die die Hauptleidtragenden sind und noch weniger als zuvor besaßen.

Das Kino hat in einigen Filmen diese Menschen thematisiert: Den Investmentbanker, der scheinbar gewissenlos die Zahlen auf dem Bildschirm tanzen lässt und mit Milliarden jongliert, als wären es Centstücke, die Menschen, die in ihrer gefühlten Ruhe leben, bis die Ereignisse sie umwerfen und vor dem Nichts stehen lassen. Es sind nicht viele Filme, immer noch regiert in der amerikanischen Unterhaltsindustrie das Mantra „the show must go on“. Aber einige thematisieren es doch, zeigen die Schattenseiten des „american dream“ und sie sind es wert, erwähnt und gesammelt zu werden. Weiterlesen

Die Angst vor dem K-Wort

In der Krise des Kapitalismus benutzen SPD und Grüne beide nur ungern das Wort Kapitalismus in ihren Wahlprogrammen

Deckblätter der Wahlprogramm von SPD und Grüne

Deckblätter der Wahlprogramm von SPD und Grüne

Kapitalismus in der Krise – weltweit wächst die Unzufriedenheit über ein ungerechtes Wirtschaftssystem, vergrößert sich der Abstand zwischen Arm und Reich, gewinnen Finanz- und Bankinstitutionen immer mehr an Einfluss und die Vorstellung vom unendlichen und allen Wohlstand bringenden Wachstum gerät immer mehr ins Wanken.

Dennoch trauen sich weder Bündnis’90/Die Grünen, noch die SPD das System und die dahinter liegenden Ideen mit dem direkten Namen zu benennen: Kapitalismus!

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Trittin und Anshu Jain: Kuschel-Kritiker trifft netten Banker

Bringt sich in Position für das Amt des Finanzministers: Jürgen Trittin [© Dirk Vorderstraße]

Bei der gestrigen Veranstaltung der Grünen Bundestagsfraktion „Boring Banking: Vom Bankbeamten zum Investmentbanker – und zurück?“ hatte die grüne Partei hohen Besuch geladen, unter anderem Anshu Jain, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Nun ist die grüne Bundestagsfraktion in der Vergangenheit nicht gerade durch progressive oder systemkritische Abstimmungen oder Kommentare aufgefallen (siehe u.a. Fiskalpakt/ESM) und überrascht auch hier nicht mit einer unbedingt grundlegend kritischen Haltung gegenüber dem Banken- und Finanzsektor.Da wird von einer Erhöhung der Eigenkapitalquote gesprochen, die Deutsche Bank sei zu groß („too big to fail“), der Finanzmarkt müsse stärker reguliert und die Geschäfte transparenter sein, usw. Alles richtig, alles gut. Und doch ist es viel zu wenig, viel zu brav. Die Wirtschaftswoche schreibt dazu: „Jürgen Trittin gibt sich bei seinem Einführungsvortrag auffällig nüchtern. Kein Wort über die Gier der Bonibanker oder die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Stattdessen führt der Politiker aus, warum die Deregulierung der Finanzmärkte ein großer Fehler war. Der bisher nur unzureichend korrigiert worden ist.“ und in der Frankfurter Rundschau ist sogar zu lesen: „Es ist gar nicht mehr so, dass zwei Welten aufeinanderprallen“, sagt ein Banker zu einem anderen Banker während der Lunchpause.“

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