Trittin und Anshu Jain: Kuschel-Kritiker trifft netten Banker

Bringt sich in Position für das Amt des Finanzministers: Jürgen Trittin [© Dirk Vorderstraße]

Bei der gestrigen Veranstaltung der Grünen Bundestagsfraktion „Boring Banking: Vom Bankbeamten zum Investmentbanker – und zurück?“ hatte die grüne Partei hohen Besuch geladen, unter anderem Anshu Jain, Co-Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Nun ist die grüne Bundestagsfraktion in der Vergangenheit nicht gerade durch progressive oder systemkritische Abstimmungen oder Kommentare aufgefallen (siehe u.a. Fiskalpakt/ESM) und überrascht auch hier nicht mit einer unbedingt grundlegend kritischen Haltung gegenüber dem Banken- und Finanzsektor.Da wird von einer Erhöhung der Eigenkapitalquote gesprochen, die Deutsche Bank sei zu groß („too big to fail“), der Finanzmarkt müsse stärker reguliert und die Geschäfte transparenter sein, usw. Alles richtig, alles gut. Und doch ist es viel zu wenig, viel zu brav. Die Wirtschaftswoche schreibt dazu: „Jürgen Trittin gibt sich bei seinem Einführungsvortrag auffällig nüchtern. Kein Wort über die Gier der Bonibanker oder die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Stattdessen führt der Politiker aus, warum die Deregulierung der Finanzmärkte ein großer Fehler war. Der bisher nur unzureichend korrigiert worden ist.“ und in der Frankfurter Rundschau ist sogar zu lesen: „Es ist gar nicht mehr so, dass zwei Welten aufeinanderprallen“, sagt ein Banker zu einem anderen Banker während der Lunchpause.“

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