HoGeSa in Berlin ohne Hooligans: Nazis blamiert, Antifa protestiert

Nazis auf Abwegen, verwirrte Wahnwichtel, denen niemand zuhört und Antifas, die einen halben Tag lang durch Berlins Mitte von Gegendemo zu Gegendemo touren konnten. Der heutige Sonntag entpuppte sich als Desaster für so ziemlich alle Nazi- und Verschwörungsguppen, die ursprünglich heute Großveranstaltungen abhalten wollten.

Über eine heute geplante „Hooligans gegen Salafisten“-Demo in Berlin war im Vorfeld viel spekuliert worden. Groß war die Angst, im Regierungsviertel könnten Hooligans, organisierte Neonazis, rechte Verschwörungstheoretiker*innen und Reichsbürger*innen zu einem großen braunen Brei zusammenpappen. Am Ende hatte die HoGeSa-Demo nicht einmal stattgefunden, nachdem der ursprüngliche Anmelder abgesprungen und ein kurzfristiger Aufruf über facebook ins Leere gelaufen war.

Zwanzig Neonazis um den NPD-Landesvorsitzenden Sebastian Schmidtke hatte das allerdings nicht davon abgehalten, trotzdem zum ursprünglich geplanten Startplatz am Alexanderplatz zu fahren.

Irgendwo zwischen Polizei und Antifa: Nazis im Bahnhof Alexanderplatz // CC greenythekid

Irgendwo eingekesselt zwischen Polizei und Antifa: Nazis im Bahnhof Alexanderplatz // CC greenythekid

Kaum waren sie am Bahnhof angekommen, griffen sie umstehende Antifaschist*innen an und warfen Flaschen und Barhocker herum. Nachdem die Polizei für Ruhe gesorgt hatte, konnten sich die Nazis, die eine Demonstration besuchen wollten, die es überhaupt nicht gab, nur kurz aus dem Bahnhof bewegen, bevor sie wieder hineingedrängt wurden. Eine Zeit lang wurden sie von Polizist*innen und Antifaschist*innen eingekesselt und ausgepfiffen, bevor sie mit der S-Bahn zurück nach Lichtenberg fuhren. Bildergalerie von den Auseinandersetzungen hier und hier. Video von der Situation am Alex hier.

Verschwörungsmenschen vor dem Bundeskanlzerinnenamt // CC greenythekid

„Unabhängige Montagsdemonstration“ // CC greenythekid

Zwischen Reichstag und Kanzlerinnenamt hatten sich bereits drei Kundgebungen aufgebaut, bei denen es allerdings schwer wurde, Unterschiede und Gemeinsamkeiten herauszufinden und sie richtig zuzuordnen.* Die erste, organisiert von den so genannten Reichsbürger*innen, hatte sich mit pro-sowjetisch-russischen Emblemen geschmückt und die Volksrepubliken in der Ost-Ukraine gefeiert. Anfangs hatten sich hier die Gegenproteste am stärksten aufgebaut.

Eine zweite war von der Gruppe Unabhängige Montagsdemonstrationen (UMoD) organisiert und eine dritte direkt vor dem Bundeskanzlerinnenamt von einer Abspaltung der Wahnwichtel-Bewegung um den Verschwörungsanhänger Jürgen Elsässer. Hier versammelte sich gegen Ende noch einmal der Gegenprotest, die Polizei wurde sichtlich laxer. Bei allen drei fielen die kruden Thesen und zum Teil wahnwitzigen Behauptungen auf, weshalb sich alle drei auch hätten zusammenschmeissen können.

Polizei trennt am Reichstag Gegendemonstrierende von den Kundgebungen, es gab einzelne Festnahmen // CC greenythekid

Pärchen vor dem Podium der Reichsbürger*innen // CC greenythekid

Am Ende kann die positive Feststellung gemacht werden, dass es keiner der rechten Gruppen gelungen ist, an diesem Tag in Berlin aufzumarschieren. Die Gewaltexzesse von Köln bleiben glücklicherweise für sich allein und Berlin bleibt von einem Ereigniss wie diesem verschont. Stattdessen konnten Antifaschist*innen trotz unübersichtlicher Informationslage lautstarken Gegenprotest organisieren und organisierten Neonazis wie rechten Verschwörungstheoretiker*innen zeigen, dass sie in Berlin nicht willkommen sind.

Für nächsten Samstag ist aber weiterhin ein Aufmarsch aus dem Umfeld von HoGeSa-Sympathisierenden in Hannover geplant. Bleibt nur die Frage, was die Hooligans heute gemacht haben…

*Sollten trotz der sorgfältigen Recherche Fehler bei der Zuordnung passiert sein, freue ich mich über eine Nachricht oder Kommentar

Geheimer Plan der Linkspartei aufgedeckt: Von Thüringen zur Weltzerstörung

Bodo Ramelow steht in Thüringen kurz davor der erste Ministerpräsident der Linkspartei in Deutschland zu werden. Gauck hatte vor dieser Entwicklung genauso gewarnt wie die FDP in Jena, die diese Situation mit der Machtübernahme der Nazis 1933 verglich. Nun zeigt sich, beide hatten mit ihren Warnungen recht. Ein geheimes Dokument aus dem Führungszirkel der Linkspartei beweist, dass es der Partei ernst damit ist alles kaput machen zu wollen. Unter dem Titel „Plan zur Zerstörung der Welt“ skizziert der Bundesvorstand akribisch, wie er bis 2020 die gesamte Welt vernichten möchte.

Abgründe der Terrorpartei: Plan zur Zerstörung der Welt vom Die Linke - Bundesvorstand

Abgründe einer Terrorpartei: Plan zur Zerstörung der Welt vom Die Linke – Bundesvorstand

In dem Plan ist die Regierungsübernahme in Thüringen nur der Anfang für eine Reihe von Punkten, die sich die Linke zum Ziel gesetzt hat. Die Partei möchte nicht nur die „SPD wegmachen“, „Deutschland abschaffen“ und die „Europäische Union auflösen“, sondern am Ende mithilfe eines eigenen Atomwaffenarsenals und Kampfroboter den gesamten Planeten zerstören. Dabei hat sie genau eingeplant, wann welches Ereignis eintreten soll.

Das offizielle Dokument stammt aus dem Bundesvorstand von die Linke und liegt exklusiv vor. Gregor Gysi soll es vergangenen Freitag mit den Worten „Jetzt haben wir endlich einen Plan!“ stellvertretend für die Bundestagsfraktion in Empfang genommen haben. Die Parteispitze soll anschließend in ein stundenlanges böses Gelächter verfallen sein.

Aufnahme einer Atombombe in einer Abstellkammer in der Bundesgeschäftsstelle von Die Linke

Aufnahme einer Atombombe in einer Abstellkammer in der Bundesgeschäftsstelle von Die Linke

Dass es der Partei ernst mit den Planungen ist, beweist ein Foto aus der Bundesgeschäftsstelle. Ein Putzmann, der anonym bleiben möchte, hat Aufnahmen aus einer Abstellkammer nach draussen schmuggeln können, auf denen deutlich eine Atombombe zu erkennen ist. Dieses Foto beweist, dass die Linke bereits jetzt damit begonnen hat, ihr Atomwaffenlager anzulegen, das sie bis 2019 fertiggestellt haben möchte.

Leider lässt sich aus dem Dokument nicht genau erkennen, wie der Plan im Detail ablaufen soll. Allerdings berichtet ein Insider, dass die Linke auf bereits erprobte Strategien Anderer zurückgreifen möchte. So soll die SPD mit einer von Bundeskanzlerin Merkel abgeschauten Umarmungstaktik im nächsten Jahr abgewickelt werden und als Vorbild für den Punkt „Deutschland abschaffen“ dient ein Buch von Thilo Sarrazin.

Ein grausam gemütlicher Sommerabend

Eine kurze Geschichte über einen gemütlichen Sommerabend

Gemütlicher Sommerabend im Garten // CC „Godolphin7“ by waterborough/Wikimedia Commons

Ein Schmetterling fliegt durch meinen Vorgarten, die letzten Sonnenstrahlen kitzeln an den Blumenblüten und ich sitze gemütlich mit einem Tee in der Hand auf meiner Terrasse. Es ist ein schöner Sommerabend. Von Weitem scheint jemand zu schreien, aber ich höre es gar nicht so richtig, das Radio ist zum Glück so laut. Das Lied, das ich zu hören bekomme, ist zwar nicht unbedingt mein Lieblingslied, aber es gefällt mir.
Die Rosen müssten mal wieder geschnitten werden, denke ich mir, und morgen müsste ich mich um meinen Wagen kümmern. Letzte Woche hatte ich einen kleinen Unfall, seither klafft eine hässliche Schramme an meiner Stoßstange. Schon wieder höre ich einen Schrei, was das wohl sein mag? Ich dreh das Radio ein wenig lauter. In zehn Minuten kommt meine Lieblingscomedy-Show, darf ich auf keinen Fall verpassen. Vielleicht geh ich noch schnell in die Küche und mache mir noch schnell ein Sandwich.

Dort angekommen, schaue ich kurz aus dem Fenster. Die Geranien müssten mal wieder gegossen werden. Ist das da ein Hand, die durch den Zaun fässt? Zum Glück ist sie gleich wieder weg, am Ende war es irgendein Einbrecher!? Gott sei Dank hat offenbar gleich einer der Wachleute für Ordnung gesorgt.
Ich suche mir aus dem Kühlschrank die Utensilien für mein Sandwich zusammen und hole das Brot aus dem Regal. Schon wieder kommt von irgendwo ein Schrei, so langsam kann das aber auch mal aufhören. Wenn ich gleich meine Lieblingsshow höre, will ich nicht ständig von irgendwelchen Rufen gestört werden. Ich nehm den Telefonhörer ab und rufe bei meinen Wachleuten an. Ob sie denn bitte mal für Ruhe da im Vorgarten sorgen könnten, frage ich sie höflich. Sie tun ihr Bestes, sagen sie, aber hier seien viele, die versuchen würden, zu mir zu kommen. Wie schrecklich, denke ich mir. Am Ende kommen die noch alle in mein Haus, wollen mich überfallen und an mein Geld. Es schüttelt mich.

Vor meinem Grundstück habe ich einen Zaun und Wachtürme für meinen Schutz aufgestellt // CC Miguel González Novo/Wikimedia Commons

Ich sage dem Wachmann, dass sie aufpassen und nur wichtige Gäste hereinlassen sollen. Was mit Menschen sei, die Hilfe benötigen, fragt der zurück? Ich antworte ihm, dass wir dafür die Liste mit den Bedingeungen haben, die jeder erfüllen muss, damit er von mir Hilfe bekommt. Ansonsten kämen noch die hinein, die gar keine Hilfe bräuchten, sondern mir nur ans Leder wollen. Mit mir nicht, ich bin gewappnet für euch Parasiten. So wie ich die Liste gemacht habe, erfüllen sowieso nur noch die wenigsten die Voraussetzungen und können hier rein. Der Rest kann schön da draussen bleiben.

Während ich mit meinem gemachten Sandwich in der Hand wieder auf die Terrasse gehe um meine Lieblingssendung zu hören, stirbt gerade vor meiner Hecke der fünfte Mensch, der aus seinem Haus geflohen ist, um bei mir Hilfe zu bekommen. Es ist weiterhin ein schöner Sommerabend.

Aufgedeckt: Rasmussens Vorwürfe an Fracking-Bewegung stammen aus Methodenseminar mit Putin

Vor zwei Tagen hatte der Generalsekreatär der NATO, Anders Fogh Rasmussen, der europäischen Anti-Fracking-Bewegung vorgeworfen, von Russland unterstützt zu werden. Auf einer Veranstaltung in London hatte er gesagt, die Organisationen in Europa, die sich gegen das gefährliche Fracking-Verfahren engagieren, würden von Russland Hilfe gestellt bekommen oder sogar direkt vom Kreml gesteuert. Jetzt kommt heraus, warum er das gesagt hatte.

Ganz Europa hatte sich gefragt, wie Rasmussen auf die verblödete Idee gekommen war, so etwas zu denken und auch noch auszusprechen. Dank intensiver Recherchen und den Berichten eines Insiders stellt sich nun heraus, Rasmussen hatte vor einiger Zeit an einem Politikseminar teilgenommen, das sich unter dem Titel „Umgang mit unliebsamer Opposition“ mit der Frage beschäftigte, wie missliebige Nichtregierungsorgansationen diskreditiert und abgewickelt werden können. Seine aktuellen Äußerungen sind demnach die ersten Umsetzungen aus den praktischen Übungen dieses Seminarwochendes vom Frühjahr 2013. Bei dem Seminar mit dabei gewesen war auch Russlands Präsident Vladimir Putin. Der hatte das Wissen bereits letztes Jahr angewandt, als er ausländische NGOs kurzerhand per Gesetz zu agentenähnlichen und damit illegalen Organisationen erklärte.

Rasmussen und Putin beim Methodenseminar „Umgang mit unliebsamer Opposition“. Andere Staatsoberhäupter und Politiker vom Insider anonymisiert.

Ein Insider sagt, anders als Putin hätte Rasmussen als NATO-Generalsekretär weniger Macht und Möglichkeiten und müsste sich deshalb auf Rhetorik und Hinterzimmergespräche beschränken. „Deshalb setzt er gleich seine Erfahrungen aus der ersten Seminareinheit um: Opposition und soziale Bewegungen in der Öffentlichkeit als ausländische Verschwörung diskreditieren.“ Dass Rasmussen aber gerade Putins Russland als Buhmann für seine Schmutzkampagne auswählt, überrascht den Insider. „Bei dem Seminar hatten sich beide noch wunderbar verstanden.“, sagt er.
Der nächste Schritt für Rasmussen wäre laut dem Insider, Untersützer zu finden und die Medien aufzustacheln. Wenn sich dann noch ein, zwei fingierte Beweise beschaffen lassen, können in Ruhe die Strafbehörden eingeschaltet werden und die Anti-Fracking-Bewegung wäre Geschichte. „Rasmussen bräuchte dann nicht einmal ein Gesetz und hätte diese Übungseinheit ideal umgesetzt.“, freut sich der Insider.

Nach Conchita Wurst: Norm-Institut entwickelt DIN-Mann und DIN-Frau

Nachdem der Künstler und Dragqueen Conchita Wurst beim ESC den Sieg davongetragen und dies teils heftige diskriminierende Reaktionen hervorgerufen hatte, gab nun das Deutsche Institut für Normung (DIN) eine Norm-Empfehlung für den DIN-Mann und die DIN-Frau heraus. Mit eindeutigen Kriterien soll definiert werden, wie der Standard-Mann und die Standard-Frau auszusehen haben. Auf diese Weise wolle man „zukünftige Irritationen vermeiden und den verletzten Gefühlen, die heteronormative Menschen bei dem Anblick und der Begegnung von nicht-genormten Menschen bekommen können, entgegenkommen“.

Mann oder Frau? Viele Menschen fühlen sich verwirrt und zu Diskriminierungen gezwungen

Laut des DIN solle sich niemand den Kriterien verpflichtet fühlen, sondern könne sich weiterhin so anziehen wie er/sie mag. „Wir wollen keine Sittenpolizei, aber mit dieser Norm möchten wir eine Empfehlung abgeben, wie Menschen mit der entsprechenden Kleidung und dem passenden Auftreten Missverständnissen aus dem Weg gehen können.“, sagt Jürgen Raschnitz, Leiter der Arbeitsgruppe Geschlecht in dem Institut. Außerdem könnten Veranstaltungen wie der ESC sich unter dem Code DIN 4001 als „geschlechtsstandardisiert“ zertifizieren lassen und damit deutlich machen, dass keine „irritierende Anblicke zu erwarten sind“.

Das Deutsche Insitut für Normung hatte bereits länger an einer Norm für den Mann und die Frau gearbeitet. „Überall tauchen immer mehr Menschen auf, die schlechter als eindeutig männlich oder weiblich identifiziert werden können.“, sagt Raschnitz. „Viele Menschen fühlen sich deshalb verwirrt und genau diesen Menschen wollen wir mit einer Normierung der Geschlechter helfen.“ Diese verwirrten Personen sollen sich dadurch weniger diskriminiert fühlen und nicht mehr dazu gezwungen sein, nicht-genormte Menschen ausgrenzen und bedrohen zu müssen.
„Welchen bessere Schutz vor Diskriminierung gibt es, als wenn es gar keine Menschen gibt, die diskriminiert werden können?“, fragt Jürgen Raschnitz. Auch Staaten wie Russland oder die Türkei könnten zukünftig Normen für Geschlechter einführen. „Obwohl es ja in einigen Staaten bereits inoffizielle Definitionen und Normverfahren gibt.“, meint der Leiter.

Nach eventuellen Abweichungen gefragt, sagt Jürgen Raschnitz, dass es natürlich immer kleinere Abweichungen von dieser Norm gibt. Aber die Ausnahmen könnten weniger werden, wenn die entsprechenden Personen an ihrem Aussehen und ihrem Auftreten arbeiten.

dinmerkmaleDie wenigen Kriterien bei der Kleidung und die Unterschiede zwischen DIN Mann und DIN Frau erklärt Raschnitz mit den gewandelten Wertevorstellungen in der Gesellschaft. „Wir haben bei unseren Kriterien gesellschaftliche Umstände mit einbezogen. Heutzutage ist es ganz normal, dass Frauen auch Hosen oder kurzes Haar tragen.“, sagt er. „Hauptsache es ist einigermaßen eng am Körper anliegend und damit Rundungen betonend.“ Dagegen sei es immer noch merkwürdig, wenn ein Mann keine Hose, sondern ein Kleid trage. Darauf angesprochen, wie das Institut beispielsweise mit Schottenröcken umgehen will, antwortet Raschnitz, dass sie bereits über die Sondernorm DIN Schottenmann nachgedacht hätten.

Dein Handy ist so gut wie neu? Vodafone schenkt dir ein neues!

Ein Stück der Absurdität des modernen Kapitalismus in 3 Akten

A k t   1

Kaum ist ein Telefon neu, ist es schon wieder alt

Es ist ja auch eine Zumutung. Da kauf ich mir ein neues Telefon, benutzt es ein Jahr lang ohne dass es kaputt geht und noch völlig intakt ist und dann zwingt mich die blöde Smartphone-Industrie durch ihre ständigen Neuentwicklungen mir spätestens ein Jahr später ein Neues zu kaufen. Ich kann ja nicht mit 12-Monate alter Technik herumlaufen, ich will doch up to date sein!

Bis jetzt war das immer eine sehr lästige oder teure Angelegenheit, schließlich lässt mein Vertrag nur alle zwei Jahre ein neues Telefon zu. Viel zu lange bei den ganzen schönen neuen Geräten, die in der Zwischenzeit wieder auf den Markt gekommen sind. Mein Telefon ist schließlich nicht nur ein Arbeitsgerät, es ist ein Statussymbol und genau wie ich angekommen bin im ständigen up to date – Modus der Moderne, soll das mein Handy auch sein!

A k t  2

Rettung naht – Vodafone bringt NEXTPHONE!!!!!

Die ganze Welt, inklusive Autobahn, ist ein Abenteuerspielplatz, den ich hechelnd mit dem neuesten Smartphone in der Hand voll abfeiern kann

Aber Vodafone hat jetzt die Rettung! Vertraglich zugesichert kann ich mir jetzt jedes Jahr ein neues Telefon aussuchen! Vorausgesetzt mein altes ist noch vollkommen intakt und kann noch weiter benutzt werden. Eigentlich absurd, denn wenn etwas noch funktioniert, bräuchte ich ja eigentlich keinen neuwertigen Ersatz. Aber das kann mir völlig egal sein, denn es kommt ja nicht darauf an, ob ein Telefon noch funktionsfähig ist, sondern wie up to date es ist.

Vodafone ist dann so nett und benutzt mein altes Handy als Austauschgerät. Das heisst, wenn Menschen neuwertige aber kaputte Geräte haben, bekommen sie mein neuwertiges und nicht kaputtes Gerät, bis ihr neuwertiges dann nicht mehr kaputt ist. Das ist praktisch ein Recycling-Kreislauf. Dass Handys größtenteils so gebaut sind, dass sie überhaupt erst so leicht kaputt gehen und eingeschickt werden müssen, statt vor Ort einfach die kaputten Einzelteile austauschen zu können, interessiert mich genauso wenig wie die Tatsache, dass auch mit diesem Umstand wahrscheinlich nie soviele Geräte kaputt gehen und ausgetauscht werden müssen, wie an jährlichen „NextPhone-Telefonen“ zu Vodafone zurückkommen. Aber darüber mach ich mir gar keine Sorgen, denn als Konsument gilt für mich selbstverständlich nur eins: up to date!

A k t  3

Aber ein Problem hab ich dann doch – das ist ja viel zu teuer! Und Vodafone ist gemein!

Zum Glück gibt es noch engagierte Personen, die in Kommentaren auf Vodafones Blog auf ein immenses Problem hinweisen. NextPhone ist viel zu teuer!

Besorgter Konsumist weist auf beunruhigendes Problem hin

Besorgter Konsumist weist auf Vodafones Blog auf beunruhigendes Problem hin…

...und steht als sprichwörtliche Stimme der Vernunft nicht allein da!

…und bleibt als sprichwörtliche Stimme der Vernunft zum Glück nicht der Einzige!

Und dann löscht Vodafone auch noch diese und andere kritische Beiträge auf ihrem Blog, die auf die maßlose Abzocke hinweisen und dem Konzern an die Kehle springen wollen! Gut, dass beherzte Blogschreibende den Verrat wittern, die Verschwörung aufdecken und die Welt über diesen Skandal aufklären (siehe hier)!

Der Blog mobilenote als Vorkämpfer in Sachen Meinungsfreiheit!

Der Blog mobilenote als Vorkämpfer in Sachen Meinungsfreiheit!

Ganz besonders beherzt berichtet smartdroid über Vodafones hinterlistiges Spiel. Unter der schmerzhaft investigativen Titelzeile „Vodafone unterdrückt Kritik zur NextPhone-Option“ prankt ein riesiges Logo von Vodafone, um dem Konzern noch den letzten Rest Kritik in den Hals zu drücken! Der wird sich über diese gratis Werbeeinblendung bestimmt tot ärgern (das ganze Vergnügen hier).
Zum Glück entschuldigt sich Vodafone bei seinen Kunden und Kundinnen und stellt die gelöschten Kommentare wieder her! Die wichtige Vertrauensbeziehung zwischen Konzern und Konsumierenden scheint wieder hergestellt! Jetzt habe ich auch wieder Lust, mit dem coolen Telefon-Recycling-Tarif von Vodafone mega up to date zu sein!

Vodafone entschuldigt sich und die Welt kann wieder ein Abenteuerspielplatz sein...

Vodafone entschuldigt sich und die Welt kann wieder ein Abenteuerspielplatz sein…

 E p i l o g

Ein Hinterwäldler versteht aber offenbar den ganzen Sinn nicht, der hinter der super Idee von Vodafone steckt. Statt dem totalen trendigen und längst überfälligem Tarifeinfall Beifall zu spenden (und maximal kritische Fragen zu den Kosten zu stellen), erdreistet sich dieses Individuum, eine GENERALKRITIK an dem Einfall und der Umsetzung des jährlichen Handy-Neutauschs anzubringen!

Besorgter User versteht die Vorteile nicht, die sich ihm bieten und sieht nur das Negative

Besorgter User versteht die Vorteile nicht, die sich ihm bieten. Für ihn gibt es keinen Abenteuerspielplatz.

Entschuldigung, Besorgter User. Du scheinst die Zeichen der Zeit nicht richtig zu deuten, du siehst nicht was für unbegrenzte Möglichkeiten sich bieten, wenn man Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung, Arbeitsausbeutung und die anderen lästigen Problemchen ignoriert. Du bist leider überhaupt nicht up to date.