Grüne Woche demaskieren:Fotos Verleihung der Rosa Brille an den Deutschen Bauernverband

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Im Vorfeld der Grünen Woche haben Tierrechtaktivist*innen vom Protestbündnis Grüne Woche demaskieren dem Deutschen Bauernverbandes den Preis „Rosa Brille 2015 “ verliehen und bei dessen Pressekonferenz zur neuen „Tierwohl-Initiative“ in Berlin demonstriert. Das Bündnis „Grüne Woche demaskieren“ zeichnete den Verband am Dienstagmorgen für seine „professionelle Meinungsmache“ mit der „Rosa Brille“ aus. Ausgerüstet mit rosafarbenen Pappbrillen, Transparenten, Schildern und Flugblättern demonstrierten etwa 30 AktivistInnen vor dem Sitz des Bauernverbandes in Berlin-Mitte. Der Justiziar des Verbandes, Stefan Walter, nahm den Preis in Form einer rosa angesprühten Sonnenbrille auf einem Samtkissen entgegen. Kurz darauf zogen die AktivistInnen zur um 11 Uhr stattfindenden Pressekonferenz über die gerade startende „Tierwohl-Initiative“, die maßgeblich vom Bauernverband mit entwickelt wurde. Die Initiative wird vom Aktionsbündnis als bloße Image-Kampagne und Werbetrick kritisiert. In Hannover überreichten gegen 9:15 Uhr am selben Morgen sieben Tierbefreiungs-AktivistInnen eine Rosa Brille an den Geschäftsführer des Landvolks Niedersachsen Helmut Brachtendorf.

Mehr zu der Rosa Brille und der Begründung zur Verleihung: http://gruene-woche-demaskieren.de/themen/rosa-brille/

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Heraus zum Protest gegen die Grüne Woche!Die wichtigsten Termine im Januar

Vom 16. -25.01.2015 findet erneut die weltgrößte Messe für Landwirtschaft in Berlin statt. Die Grüne Woche ist nicht nur Symbol für die alltägliche Ausbeutung und den Missbrauch von Tieren in der Landwirtschaftssystem, sondern auch für eine zunehmende Kommerzialisierung der Nahrungsmittelproduktion. Aus diesem Grund ruft das Protestbündnis „Grüne Woche demaskieren“ auch 2015 wieder zu Protesten gegen die Grüne Woche und das System, für das sie steht, auf. Es stehen eine Reihe von Informations- und Protestveranstaltungen an, die alle eure Unterstützung brauchen! Also heraus zum Protest!

Die wichtigsten Termine der Proteste gegen die Grüne Woche:

08.01.2015

Informations- und Mobilisierungstreffen im Büro von Nandu Berlin

12.01.2015

Informations- und Mobilisierungstreffen bei der Grünen Jugend Berlin

Eröffnung Ausstellung „Plakate gegen Massentierhaltung“

14.01.2014

Eröffnung Umweltpolitische Themenwoche an der TU-Berlin

16.01.2015

Eröffnung Grüne Woche im ICC

Mahnwache vor der Grünen Woche

Aktion „die in“ – vor der Grünen Woche

17.01.2015

Demonstration „Wir haben es satt“ mit Antispe-Block

Mahnwache vor der Grünen Woche

18.01.2015
Mahnwache vor der Grünen Woche

23./24.01.2015
direct action workshop

Gesamter Kalender von ‚Grüne Woche demaskieren‘

Berlin: Ökos bekommen für Hausfriedensbruch höhere Strafen als Nazis für gefährliche Körperverletzung

Am vergangenen Montag fanden am Amtsgericht Tiergarten in Berlin zeitgleich zwei mehr oder weniger politische Verfahren statt. Im ersten Prozess ging es um fünf Neonazis, die mehrere Personen gefährlich verletzt hatten und bei dem anderen um eine Aktivist*in, die ein Protestbanner auf dem Messegelände ICC aufgehangen hatte. Obwohl sich beide Verfahren gravierend in der Schwere der Tatbestände unterscheiden, nähern sie sich in Höhe und Art der Strafe auf beunruhigende Weise einander an. Ein Vergleich, den man gar nicht führen möchte.

Zum Hintergrund des Hausfriedensbruchs der Ökos und Tierrechtler*innen

Die Aktivist*in gehört dem Protestbündnis „Grüne Woche demaskieren“ an und ist die dritte von insgesamt vier Angeklagten, die sich für ihren Protest vor Gericht verantworten müssen. Das Bündnis richtet sich gegen eine kapitalistische Landwirtschaft und gegen die Ausbeutung von Tieren und hatte deshalb Anfang des Jahres verschiedene gewaltfreie Aktionen gegen die Grüne Woche 2014 auf und vor dem Messegelände Süd durchgeführt. Die vier angeklagten Aktivist*innen hatten auf dem Gelände gewaltfrei Protestbanner gegen die weltweit größte Landwirtschaftsmesse aufgehangen und waren deshalb wegen Hausfriedensbruchs mit Strafbefehlen belangt worden, gegen die sie sich aber wehrten und Rechtsmittel einlegten. Bei zwei Aktivist*innen sind die anschließenden Prozesse gegen Auflagen von Arbeitsstunden bereits eingestellt worden, die anderen zwei Verfahren laufen noch.

Zum Hintergrund der gefährlichen Körperverletzung der Neonazis

Die Neonazis hatten 2011 während einer Demonstration in Kreuzberg vier Gegendemonstrierende angegriffen und verprügelt, einer der Angegriffenen soll knapp einem Schädelbasisbruch entgangen sein. Insgesamt zwölf Personen der Demonstration stehen im Verdacht, bei dem Angriff beteiligt gewesen zu sein. Nach drei Jahren Verzögerungs-/ Ermittlungszeit hatte letzte Woche endlich der Prozess begonnen und war nach zwei Verhandlungstagen bereits schon wieder beendet. Vier der Gewalttäter wurden verurteilt, der fünfte sitzt wegen einer anderen Tat in Haft und bekommt einen gesonderten Prozess. Das Urteil fällt für die vier äußerst milde aus, was unter anderem daran liegt, dass der Beginn des Prozesses so sehr verschleppt worden war. Theo Schneider beleuchtet und kritisiert den Ausgang sowie den Verlauf des Verfahrens in einem sehr guten Beitrag für den Störungsmelder.

Die Urteile im Vergleich

Die Urteile für die Nazis und die Urteile für die Aktivist*innen vom Protestbündnis „Grüne Woche demaskieren“ lassen sich im Vergleich wie eine Ohrfeige für den Rechtsstaat lesen:

naziökourteile

Die Urteile werfen Fragen auf

Warum liegen die bloßen Strafbefehle wegen Hausfriedensbruch an die Aktivist*innen von „Grüne Woche demaskieren“ höher, als die von den beiden neonazistischen Gewalttätern Marcel T. und Felix T.?

Warum liegen die Arbeitsstunden, die zwei von den Aktivist*innen nach der Einstellung leisten müssen, höher, als die von Robert H., der die Strafe für ein Gewalturteil kassiert?

Warum haben Öko-Protestierende auf dem Messegelände mehr Strafe zu erwarten, als Neonazi-Schläger auf dem Mehringdamm?

Rechtsstaat ad absurdum geführt

Fakt ist, Justiz und Polizei haben gegen rechte Schläger wieder einmal keine klare Kante gezeigt. Die Nazis konnten fast ungestört um sich schlagen und ohne ernsthafte Konsequenzen Menschen verletzen. Dagegen werden antikapitalistische Protestierende schnell abgeurteilt und das mit höheren Strafen als die Nazis. Die lassen sich von einem bekannten Anwalt der rechten Szene vertreten und stellen sich dann noch als nette Jungs von nebenan dar. Die Verfahren und die Urteile führen den Rechtsstaat ad absurdum.

Da wirkt es fast schon als Selbstverständlichkeit, wenn die Sozialarbeitenden im Prozess davon reden, dass sich die Angeklagten von rechtsradikalen Einstellungen gelöst hätten und keine „schädliche Wirkung“ mehr von ihnen ausgehe. Wie sehr sie sich davon gelöst haben, wird sich auf einer der zahlreichen Demonstrationen in nächster Zeit bestimmt beobachten – nämlich gar nicht.

Spontane Soliaktion für die Besetzer*innen im Hambacher Forst

Heute haben Aktivist*innen in Berlin eine spontane Soliaktion für die Besetzer*innen im Hambacher Forst durchgeführt (Fotos hier). Mit einem Transparent besuchten sie eine Informationsstelle von RWE in der Friedrichstraße und anschließend die Botschaft des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Auf dem Weg wurden zweimal Reden verlesen, in denen auf die brutale Räumung vom Donnerstag im Hambacher Forst aufmerksam gemacht wurde.

Spontaner Protest vor dem Brandenburger Tor // CC-BY-SA-NC greenythekid

Seit mehreren Jahren wehren sich Umweltschützer*innen gegen die Abholzung des bei Köln gelegenen Hambacher Forstes. Sie wollen verhindern, dass eines der letzten mitteleuropäischen Urwälder für einen Braunkohletagebau geopfert wird. Deshalb besetzen sie eine Wiese in dem Gebiet und immer wieder Teile des Waldes.

Am Donnerstag ist eine dieser Besetzungen geräumt wurden. Bei dieser Räumung haben die Aktivist*innen am Waldboden Feuerwerkskörper gezündet um, „Fällungen zu stören bzw. die Waldarbeiter und Securities zu irritieren“, wie sie auf ihrem Blog schreiben. Das Feuerwerk sei aber nicht geworfen worden, sondern war als eine neue Möglichkeit ausprobiert worden, die Baumfällungen zu erschweren.

Kurzbesuch bei der „RWE elounge“ // CC-BY-SA-NC greenythekid

Die Reaktion der von RWE angeheuerten privaten Sicherheitsmenschen überraschte sie allerdings: „Vier Personen wurden brutal zu Boden geworfen, gewürgt und unter Androhung von weiteren physischen Schmerzen in den Schlamm gedrückt. Hierbei ist eine Person ohnmächtig geworden.“ Nach diesen Gewalltaten setzten die Aktivist*innen zu ihrem Schutz Pfefferspray ein.

Die anschließend anrückende Polizei überraschte sie dann noch einmal. Die Sicherheitskräfte hätten bei den Durchsuchungen des Camps alte Granaten aus dem zweiten Weltkrieg gefunden und „daraus wurde von Polizei und Medien eine „Bombenbedrohung“ durch linke Aktivist_innen konstruiert und allen Festgenommenen ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.“ Der Spiegel und andere Medien nutzen diesen merkwürdigen Umstand sogleich als Aufreisser („Handgranaten bei Umweltaktivisten gefunden„, das Neue Deutschland hat diese Formulierungen bereits kritisch überprüft), lassen die Drangsalierungen den Aktivist*innen gegenüber dafür unerwähnt. So sollen Aktivist*innen gezwungen worden sein, ihre DNA abzugeben, Kontakt mit Anwält*innen soll ihnen verweigert und Fingerabdrücke erzwungen worden sein (mehr dazu im Blogpost).

– Ohne Worte – // CC-BY-SA-NC greenythekid

Kriminell sind nicht die Menschen, die sich für ein nachhaltiges Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt einsetzen und Braunkohleabbau verhindern wollen, sondern diejenigen, die auf Kosten von Mensch und Natur Profit machen wollen. Mitteleuropas letzter Urwald gehört geschützt und nicht abgeholzt. Deshalb gilt die Solidarität den Aktivist*innen im Hambacher Forst, die sogar ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, weil sie sich gegen einen Großkonzern wehren und sich für Mensch und Umwelt einsetzen.

Für Grüne ist das Leben von Schweinen nur Vorstufe zu ihrer Bestimmung als Würstchen

Auf der Facebook-Seite des Bundesverbandes der Grünen Partei prankt ein großes Banner. Darauf zu sehen sind ein paar junge Schweine, darüber ein Spruch: „Für ein Leben vor dem Würstchen“.

LebenvorWürstchenFB
Wahrscheinlich soll dieses Banner Werbung für eine artgemäße Haltung von Nutztieren machen und wahrscheinlich auch dafür, dass Tiere nicht nur Stückgüter sind, die produziert, gelagert und verarbeitet werden. Tatsächlich aber sagt es genau das: Das Leben von Schweinen ist nur eine Vorstufe zu ihrer eigentlichen Bestimmung, dem „Sein“ als Würtstchen.
Schweine werden nicht als Individuen wahrgenommen, die sie unverkennbar sind, sondern als Produktionsmittel, das früher oder später eben verwurstet gehören. Wir erlauben ihnen zwar vorher ein richtiges Leben zu haben und bringen sie erst dann um, verarbeiten sie zu Würstchen und essen sie auf, aber im Endeffekt betrachten wir Schweine genauso als zu verarbeitende Ware, wie alle anderen auch.

Dass die meisten Grüne so schon immer gedacht und gelebt haben, ist an sich schon nicht cool. Dass die Grünen aber so unverhohlen Lebewesen zur essbaren Ware degradieren und damit auch noch Werbung machen ist selbst für eine ökologische Fleischkonsum-Partei starker Tobak. Es zeigt nur wie weit entfernt sich die Grüne Partei davon befindet, Tiere als fühlende Individuen zu betrachten.

Wir brauchen gar nicht erst lange in Fachliteratur oder sonstigen Publikationen zu suchen, um dem etwas entgegenzusetzen. Es reicht ein Blick in das aktuelle Grundsatzprogramm der Partei. In diesem heisst es nämlich auf Seite 40:

tierebrauchen

Wie passt das denn jetzt mit dem oben abgebildeten Banner zusammen? Genau, gar nicht.

Österreich: Land Steiermark will Subventionen für Betriebe mit Massentierhaltung stoppen

Sow with piglet.jpg

So scheinbar harmonisch wie auf diesem Bild können leider nur die wenigsten Schweine ihr Leben verbringen // Gemeinfrei, Scott Bauer, USDA/Wikipedia

Immer wieder kommt es zu außerplanmäßigen Toden von Tieren in der Massentierhaltung. Neben grausamer Haltungsbedingungen, sind auch technische Defekte Ursachen für das Sterben vor der Schlachtung. In der Steiermark waren vor ein paar Tagen nach dem Ausfall des Lüftungssystems in einer Haltungsanlage knapp 1800 Schweine erstickt.

Der Agrarlandesrat Hans Seitinger in der Steiermark hat jetzt in einem Interview mit der Kleinen Zeitung verkündet: „Vom Land Steiermark gibt es für solche großen Einheiten, wo der Tierbestand nicht im Einklang mit der Fläche ist, keine Förderungen mehr.“ Es lässt sich nur schlecht nachprüfen, inwieweit ein Förderstopp des Bundeslandes direkte Auswirkungen auf die Megaställe hätte und ob diese damit in finanzielle Bedrängnisse geraten würden.

Fakt ist aber, dass es einen Einfluss hätte und es die Megaställe schwerer hätten. Deshalb ist solch ein Vorstoß richtig und absolut zu begrüßen. Dazu bewegt es natürlich auch etwas in der öffentlichen Diskussion, wenn ein ranghoher Politiker folgenden Satz von sich gibt: „Wir müssen den Menschen bewusst machen, dass Billigstlebensmittel ethisch unverträglich sind.“ Sehr zu begrüßen ist auch, dass der Landesrat sich für transparente und offene Ställe einsetzt. Dagegen versucht er aktive Tierschützende, die Ställe ohne Wissen der Betreiber betreten, als aggressiv abzustempeln und bezeichnet ihre investigativen Recherche als illegal. An dieser Stelle wäre es sicher interessant, wenn der Landesrat, sollte er das nicht bereits getan haben, die Arbeit von investigativen Tierschützenden kennenlernt und die Wichtigkeit ihrer Arbeit erfährt.

Wer Zeit hat, kann die Recherche in Angriff nehmen, wie hoch der Anteil der Förderungen des Bundeslandes Steiermark an den Gesamtförderungen für die Massentierhaltungsanlagen ist -> Förderungen Übersicht Österreich

Grüne Woche(1):Tradierter Bauernhof trifft gewissenlosen Hedgefonds

„Grüne Woche demaskieren“ ruft ab Freitag zu Aktionen und Protest gegen die Messe auf – warum eigentlich?

Traditionsbewusst und fast schon ein wenig ehrwürdig möchte sich die internationale Landwirtschaftsmesse Grüne Woche präsentieren. Stolz blickt sie auf ihre Vergangenheit zurück und hält an gewissen Traditionen fest. Zum Beispiel der Ort oder das Logo. Gleichzeitig will sie aber auch modern und innovativ sein. Man könnte auch sagen, die Grüne Woche steht maßgeblich für den Konservatismus in unserer Gesellschaft, der den Anspruch hat, Bewährtes behutsam mit dem Neuen zu verbinden. Tatsächlich geht er aber eine unheilige Allianz mit dem Neoliberalismus ein, für den sich nur das bewährt, was Profit und Rendite abwirft. Tradierter Bauernhof trifft gewissenlosen Hedgefonds sozusagen.

Beobachten lässt sich das einerseits gut an den Ausstellern, die vom mittelständischem Biobetrieb bis zur Agrolobbyorganisation alle zusammenbringt (siehe Ausstellerliste), andererseits aber auch an der Ausrichtung der Messe. Das offizielle Motto: „Vielfalt verführt“. Das inoffzielle: „Fresst, solange ihr könnt und uns euer Geld dafür gebt!“ Laut einer Pressemitteilung der Grünen Woche, werden pro Besucher*in mehr als 100€ dort gelassen (siehe hier). 100€ fast ausschließlich für Essen. Bei circa 400.000 Besucher*innen (siehe hier) kommt da schon eine ganz schön stolze Summe zusammen. Das bildet auch gut ein Grundproblem moderner Landwirtschaft ab. Denn anders, als es uns die Grüne Woche versucht deutlich zu machen, sind es nicht die bodenständigen Bauern und Bäuerinnen, die jeden morgen aufs Feld gehen und romantische Landwirtschaft betreiben. Es sind moderne Geschäftsmänner und -frauen, die immer mehr zum Objekt des internationalen Finanzgebarens werden. Spekulation mit Lebensmitteln, Patentierung von Saatgütern, Gentechnik, Bildung von Agrokonzernen, usw.
Landwirtschaft ist im 21. Jahrhundert dem strammen Diktat des Welthandels unterworfen. Die negativen Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe, durch den ständigen Druck mit dem geringsten Preis den höchsten Absatz zu erzielen, lassen sich in Europa und den USA nur durch immense Subventionen für die Landwirtschaft abfedern. Dafür schlagen diese Folgen, ungleich verstärkt duch die Subventionen, in den südlichen Staaten mit voller Wucht zu. Für mehr zum Zusammenhang zwischen Welthandel und Welthunger sei auf einen Artikel auf der Seite der Gruppe Grüne Woche demaskieren verwiesen (siehe hier).

Wohl auch aus diesem Grund spendet der auf der Messe zu bestaunende „Erlebnisbauernhof“ („Tiertransporte sind Tierschutz„) 20.000€ an die Welthungerhilfe. Um das eigene Gewissen bei der ganzen Schlemmerei zu beruhigen, können aber auch die Messebesucher selbst direkt vor Ort Spenden abgeben. Die Welthungerhilfe ist nämlich, wie schon die letzten neun Jahre zuvor, mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten (Spende und Stand siehe hier). Auch Transfair, die Initative, die das Fairtrade-Siegel vertreibt und die Gepa, die mit ihrem eigenen Fairtrade-Siegel aktiv ist, beteiligen sich mit einem Stand an der Messe (siehe hier und hier). Welche Taktik verbirgt sich dahinter, sich als soziale Initative bei der Überkonsum-Messe Grüne Woche zu präsentieren?

In der Liste der Aussteller lässt sich regelmäßig das Wort „nachhaltig“ und vorallendingen „bio“ lesen. Tatsache ist, dass die meisten Aussteller die Worte Nachhaltigkeit und Ökologie nur in den Grenzen der Marktwirtschaft akzeptieren können. Nur solange der Profit stimmt und die Verbraucher*innen es sich leisten können, sind bio und fairtrade cool. Und dass bio nicht bio ist, sondern auch eine große Belastung für Mensch und vorallendingen Tier ist, ist schon öfter dargestellt worden (siehe hier).

Zu den Problemen der Kommerzialisierung der Landwirtschaft, äußert sich die Grüne Woche nicht. Sie treibt das schöne Spiel von der idyllischen Landwirtschaft weiter und igorniert die Schwierigkeiten, vor denen die Landwirtschaft und mit ihr die gesamte Welt stehen.